AZ: Kündigung des Vertrages beschlossen

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Pressemitteilung, Köln, 20.03.2012

Kommunique #5: „Das wird Ärger geben“

Kölner Stadtrat plant das AZ weg. Prügelnde Bullen schützen
Entscheidungen hinter verschlossenen Türen vor Kritik.

„dpa/Köln Während die Politiker_innen von SPD, CDU, FDP und Grünen bei
einer öffentlichen Ratssitzung am 14. Februar die Kündigung des Vertrags
beschließen, den sie noch vor einem Jahr bei den Auseinandersetzungen um
das AZ in Kalk einforderten, halten bewaffnete Bullen
AZ-Unterstützer_innen mit Schlägen und Pfefferspray davon ab, Kritik im
Rathaus zu äußern.

Kritik und Widerstand gegen diesen Alleingang der politischen Klasse
sind aber angebracht, denn im Kölner Bürgerhaushalt 2011 sprach sich
eine Mehrheit für den Erhalt des AZs aus. Der Abriss der Kantine ist von
den Kalker Bürger_innen nicht gewünscht.

Gruppen, die sich im AZ organisieren, werden sich ihr Zentrum nicht
durch irgendwelche Entscheidungen wegnehmen lassen. Sie treffen
Vorbereitungen, sich dem Rats-Diktat zu widersetzen und rufen ein
breites Spektrum von Menschen dazu auf, in diesem Frühjahr für ein
selbstbestimmtes Leben ohne kapitalistische Verwertungslogik zu kämpfen
und sich in ihren Veedeln zu organisieren.“

So oder so ähnlich hätten wir uns einen Zeitungsartikel gewünscht, doch
wünschen hilft nun mal nichts, solange Demokratie bedeutet, dass die
Herrschenden ihren Willen – auch ohne Argumente – einfach durchsetzen.
Also heisst es mal wieder: Alles muss mensch selber machen!

In zwei Jahren der Organisation eines Autonomen Zentrums mit tausenden
von Veranstaltungen ohne Boss und ohne staatliche Almosen haben wir
gelernt, dass es möglich ist, sich nicht unterkriegen zu lassen. Wir
vertrauen weiterhin auf unsere Selbstverwaltung und die vielen
Unterstützer_innen, die diesen Angriff auf einen selbstbestimmten
Veranstaltungsort nicht akzeptieren werden.

Es brodelt im Kalker AZ. Während die Rassist_innen von ProKöln zwei
kümmerliche Demonstrationen in Kalk feiern, knicken die anderen Parteien
im Stadtrat ein und geben der rechten Forderung „Autonomes Zentrum
schließen“ nach – während sich die Stadtkämmerin den Kopf über die
leeren Kassen der Stadt zerbricht und den Rotstift erneut im Sozial- und
Kulturbereich ansetzen wird [1] – während die Wirtschaftsdezernentin für
eine Viertel Millionen Euro ein Konzept zur „Marke Köln“ [2] erstellen
lässt, dass Reiche und Kreative in die Stadt locken soll, wird der
Widerstand vorbereitet. Das Kulturprogramm geht weiter.

In der Fahrradwerkstatt wird aus Kaputtem Funktionierendes gemacht, in
der Küche werden vegane Speisen für Alle zum Selbstkostenpreis
zubereitet. Kneipenabende, Konzerte, Workshops und Parties bringen neue
Unterstützer_innen. Das Karnevalskomitee des AZ nahm den abgesagten
Geisterzoch [3] einfach selbst in die Hand. Eine Gruppe bereitet die
Teilnahme am „Sommerblutfestival“ vor. Festlich bauen wir die Barrikaden
[4] von Kalk wieder auf!

Die Kampagne „Kein Tag Ohne!“ [5] läuft auf Hochtouren und wird in den
kommenden Wochen einen Teil des AZ-Programms wieder in den öffentlichen
Raum bringen, um zu zeigen, dass das AZ und die radikale Kritik an den
Verhältnissen nicht weggeplant werden können.

Unseren zweiten Geburtstag im April werden wir groß feiern und es dabei
ordentlich krachen lassen. Und es steht noch einiges mehr an: Welche
Demos machen wir im Frühjahr und laden wir auch unsere Freund_innen aus
dem Ausland dazu ein? Wie beteiligen wir uns an den europaweiten
antikapitalistischen Protesten [6]? Unsere eigenen Demoaufrufe für Köln
sollten bis dahin fertig sein! Welche anderen Gruppen haben derzeit
Stress mit der Stadt und wollen sich gemeinsam wehren? Wie unterstützen
wir das No Border Camp [7] im Juli und die Kämpfe gegen Rassismus und
Neonazis [8]? Aufgaben über Aufgaben, wir bleiben dran…

Unsere Forderung an Kölns politische Klasse ist einfach.
AZ Kalk bleibt wo es ist! Kündigung zurück nehmen!

Unsere Einladung an alle anderen: Unterstützt unsere Kampagne [5].
Widerstand macht Spaß, zusammen mal richtig was gebacken zu bekommen
noch mehr. Kommt ins AZ! Das Kulturprogramm [9] ist auch in diesem Monat
wieder voll von widerständigen Leckerbissen. Auf weitere Jahre autonomer
Politik, Kunst und Kultur in Kalk.

KEIN TAG OHNE AUTONOMES ZENTRUM
…und vergessen wir die Nächte nicht.

[1]
http://www.linksfraktion-koeln.de/detaildarstellung40.html?&tx_ttnews[pointer]=2&tx_ttnews[tt_news]=14942&tx_ttnews[backPid]=162&cHash=5beab930e0
[2] http://www.ksta.de/html/artikel/1328096152261.shtml
[3] http://geisterzug.blogsport.eu/
[4]
http://keintagohne.az-koeln.org/01-04-12-barrikaden-sofa-und-sonnenschirm/
[5] http://keintagohne.az-koeln.org/
[6] http://march31.net/de/
[7] http://kmii-koeln.vzsze.de/artikel/no-border-camp-2012-koln
[8] http://24maerz2012.blogsport.de/
[9] http://unsersquat.blogsport.eu/monatsprogramm-marz/

Henrik Link zur Veranstaltung
http://www.google.com/calendar/event?action=TEMPLATE&text=AZ:%20Kündigung%20des%20Vertrages%20beschlossen&dates=20120320T205000Z/20120320T205000Z&details=Autonomes%20Zentrum%20Köln%20|%20Wiersbergstrasse%2044.%20| unsersquat.blogsport.eu%20Pressekontakt:%20Tel:%200178%2088%2062%20613%20|%20Email: unsersquat-presse@riseup.net%20Pressemitteilung,%20Köln,%2020.03.2012%20Kommunique%20#5:%20„Das%20wird%20Ärger%20geben“%20Kölner%20Stadtrat%20plant%20das%20AZ%20weg.%20Prügelnde%20Bullen%20schützen%20Entscheidungen%20hinter%20verschlossenen%20Türen%20vor%20Kritik.%20„dpa/Köln%20Während%20die%20Politiker_innen%20von%20SPD,%20CDU,%20FDP%20und%20Grünen%20bei%20einer%20öffentlichen%20Ratssitzung%20am%2014.%20%5B…%5D&sprop=Kalkpost