M.S. ADENAUER in der Halle Kalk

Die erste antiautoritäre Staatsoper
Schorsch Kamerun

Was ist übrig geblieben vom großen Druck von oben in das kleine Private bei mir unten? Bin ich freier geworden durch neue Selbst-Beherrschung, oder verunsichert diese ständige Ich-Führung umso stärker? Stimmt es, dass die Welt ausschließlich regiert wird von okkulter, unkontrollierbarer Ökonomie? Wenn das so ist, mit welchen Ausdrucksformen kann ich Zeichen dagegen setzen? Noch Ende der Siebziger Jahre gab es kein Vertun: Wer anders sein wollte, konnte das leicht zeigen. Wer wütend war, fand wütende Mittel und definierten Verhaltenssound dazu. Das ist jetzt nicht mehr so sauber, denn: Welche vernehmbare Alarmschelle wird gehört im totalen Klingeln? Nichtdazugehören gehört dazu. Wer sind die Glöckner, die uns die Sinne verkleben, unsere Eigenheiten verkaufen, uns ohnmächtig machen und sämtliche Individualität zur öffentlichen Imageware verpacken? Und wo ist das, was früher so hart sichtbar war? Schönschreibklub, Bügelfalten an harten Anzugnähten, unverrückbare Autoritäten?
Die Zeiten, wo der Staatsmann noch Abbild vom Staate war, sind gesprengt, nur, was ist an die Stelle dieser tauglichen Feindbilder gerückt? „Dampfer Adenauer“, „Planierwalze Strauss“, „S-Klasse Kohl“. Werden wir, die wir gegen machtvolle Autorität ausgezogen sind, jetzt die, die dazu auffordern, den Staat, das „Schweinesystem“ zu schützen? Wird der „Kontrollapparat“ die letzte Bastion gegen die entfesselten Schreckenhüpfer und grenzenlosen Profitsaugetiere?
Wir steigen nicht aus! Wir werden uns mit einem mutigen Team aus Beutekennern und Schutzsuchenden, Profis und Ahnungslosen in Situationen bringen, die einerseits durchgesetzt sind, andererseits an einem Anfang stehen könnten. Wir werden versuchen die Bilder der Befugnisse und Befehlsebenen noch einmal aufzustellen, sie noch einmal einreißen, um dann zu überprüfen, in welchem rettenden Boot oder ob wir überhaupt irgendwo drin sitzen. Unsere Form soll als MACHTSPIELCHEN (M.S.) verstanden werden, als Notruf unseres Widerspruchs. Gesungen und Gerungen. Ein Opernball und seine Gegendemo.
Kommt alle! Euer Schiffshund aus Kamerun

Es spielen: Jennifer Frank / Albert Kitzl / Tina Klügel / Jens Rachut / Gesa Schwietring / Maik Solbach / Laura Sundermann / Birgit Walter / Lehrerchor
Totalregie: Schorsch Kamerun / Bühne: Constanze Kümmel / Kostüme: Daniel Selig / Musik: Jörg Follert / Licht: Jürgen Kapitein / Drama: Götz Leineweber

HALLE KALK FR 06.03.(Premiere) / DI 10.03. / MI 11.03. / DI 17.03. / MI 18.03. – 19:30 Uhr

Henrik Link zur Veranstaltung
http://www.google.com/calendar/event?action=TEMPLATE&text=M.S.%20ADENAUER%20in%20der%20Halle%20Kalk&dates=20090310T193000Z/20090310T193000Z&details=Die%20erste%20antiautoritäre%20Staatsoper%20Schorsch%20Kamerun%20Was%20ist%20übrig%20geblieben%20vom%20großen%20Druck%20von%20oben%20in%20das%20kleine%20Private%20bei%20mir%20unten?%20Bin%20ich%20freier%20geworden%20durch%20neue%20Selbst-Beherrschung,%20oder%20verunsichert%20diese%20ständige%20Ich-Führung%20umso%20stärker?%20Stimmt%20es,%20dass%20die%20Welt%20ausschließlich%20regiert%20wird%20von%20okkulter,%20unkontrollierbarer%20Ökonomie?%20Wenn%20das%20so%20ist,%20mit%20welchen%20Ausdrucksformen%20%5B…%5D&sprop=Kalkpost