„RoboAGogo“: eine Apokalypse als elektronische Manga-Oper

Am 31. Mai feiert PETRUS (Wayn Traub) in der Halle Kalk Deutschlandpremiere mit seiner Produktion „RoboAGogo“, einer Apokalypse als elektronische Manga-Oper mit Beats, Biestern und Erotik.

Wayn Traub suchte die Hölle, weil ihn die internationale Theaterszene langweilte. Er fand sie in einer Bar mit dem Namen Atlantis in der Stadt Angeles auf den Philippinen. In einer Gogo-Bar. Die Stadt Angeles gründeten US-amerikanische Soldaten und sie wurde in den 90ern der(!) Treffpunkt für Sextouristen aus Japan, Korea und Europa, insbesondere aus Deutschland. Dort gibt es frisch gezapftes Bier, bayerische Würstchenstände und billigen Sex in 150 Bars, in denen mehr als 10.000 Mädchen sich zum Verkauf anbieten müssen. Die Hölle, das sind deutsche Sextouristen. Mit vier dieser Gogo-Tänzerinnen, drei Robotern, einer philippinischen Rapperin und einem chinesischen DJ kehrte Petrus nach Europa zurück und es entstand „RoboAGogo“ als erster Teil der Endzeit-Trilogie.

Die Apokalypse ist das letzte Buch des neuen Testaments. Die Offenbarung vereint Himmel, Erde und Hölle in einem letzten Kampf zwischen Gut und Böse. Petrus mischt diese Erzählelemente neu. Es entsteht seine Version der Endzeit-Prophezeiung. Er benutzt die Bibel als Symbol für die überschätzte männliche Kraft. Die Offenbarung zeugt von diesem Glauben an eine männliche Dominanz mit einem männlichen Gott als Sieger. In Petrus’ Version sind die Frauen stärker und beherrschen die männlichen Roboter. Petrus erstellt zeitgenössische Rituale und erinnert das Theater an seine Herkunft mit Beats und Biestern, Erotik und Irrationalität, aber auch an seine Möglichkeit zur Veränderung, Erlösung und Einsicht. Heraus kommt eine extrem effiziente Art des Produzierens, eine neue Form des Multimediatheaters, der Musik, Kunst und Filmemacherei. Petrus unterscheidet keine Zuschauer und Kunstformen, ist real und fiktiv zugleich, eine revolutionäre Seele, aber auch ein besorgter Künstler unserer Zeit.

Mit Daisy Almosara, Jennifer De La Cruz, Juliet Onoy, Lyn Santiago, Hearty Tha Bomb, Negatibo und der Stimme von Martin Reinke

Konzept, Text, Regie: Petrus, Musik: Michiru Oshima, DJ Wordy, DJ Prepare, Jaan, Live Remix: DJ Prepare, Bühne: Petrus, Jef Verbeeck, Kostüme u. Masken: Petrus, Warung Wanasa

Produziert von Service to Others
Deutschlandpremiere am 31. Mai 2012 um 20.00 Uhr in der Halle Kalk
Weitere Vorstellungen am am 1. und 2. Juni um jeweils 20.00 Uhr

Halle Kalk
Neuerburgstraße 1
51103 Köln

Henrik Link zur Veranstaltung
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