Kalkberg – noch mehr Geld für weniger Sicherheit!

mit der Beschlussvorlage 1575_2017 (siehe Anhang) wird Ihnen eine Planänderung zum Kalkberg vorgelegt, die nicht nur abermals teurer wird, sondern die zugleich Gefahren birgt, die sich Ihnen vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließen:

Tatsächlich handelt es sich bei der Umplanung, von der in dieser Beschlussvorlage die Rede ist, um eine vollständige Abkehr von den Prinzipien des Dr. Benner. Dieser hatte die Gefahrenlage am Kalkberg gründlich analysiert und war zu dem Schluss gekommen, dass, wenn man die Hubschrauberstation nicht abreißen möchte, zur Abwendung der Gefahr eines Deponieversagens einzig der Auftrag zusätzlichen Gesteins- und Erdmaterials an den Flanken des Kalkbergs in Frage kommt und dass auch die Zufahrtsstraße auf einer solchen Anschüttung verlaufen muss (wie es die Genehmigungsplanung, die dann nicht nur Ausführung kam, im Übrigen auch vorsah).

Als „Todsünde“, die bei den Bauarbeiten zur Hubschrauberstation begangen wurde, stellte Dr. Benner seinerzeit das Anschneiden der Ringwälle fest, die den weichen Kalkschlamm zusammen halten. Auch der Einschnitt der Zufahrtsstraße in diese Ringwälle sowie die teilweise Lage der Zufahrtsstraße auf dem nackten Kalk wurden von Dr. Benner als absolut unhaltbar beschrieben.

Nun wird Ihnen eine Planung vorgelegt, die die Zufahrtsstraße in genau dieser höchst prekären Lage erhalten will. Darüber hinaus sollen oberhalb der Zufahrtsstraße zur Abflachung der Böschungswinkel die Ringwälle, die den Kalkschlamm zusammen halten, noch weiter angeschnitten werden.

Den Schnitten D3 und G2 können Sie außerdem entnehmen, dass auch am Haldenfuß teilweise Abgrabungen von Bodenmaterial vorgesehen sind. Wir möchten daran erinnern, dass es sich hier um Partien des Kalkbergs handelt, an denen der Kalk bereits jetzt stellenweise offen hervor tritt, an denen eine Schwächung der Ringwälle also offensichtlich ist. Die Absicht des neuen Planers, mit weniger bis keinem Materialantrag auszukommen, um so die aufwendigen, hohen Spundwände am Fuße des Kalkbergs aus der bisherigen Planung gegen niedrigere L-Steine ersetzen zu können, ist nachvollziebar, sie ist aber nun mal nicht seriös umsetzbar.

Wir vermissen in den Alagen zur Beschlussvorlage die Darstellung der Grundlagen, die zur Abkehr von der bisherigen Planung geführt haben. In der Beschlussvorlage ist von neuen Bodenerkundungen die Rede. Diese Erkundungen und ihre Ergebnisse sind nirgends dargestellt.

Neben diesen Bodenanalysen fehlen in den Unterlagen, die der Beschlussvorlage beigefügt sind, etliche Schnitte, die offenbar bereits gezeichnet wurden. Es handelt sich hierbei um die im Lageplan schwach erkennbaren Schnittlinien E, F und G3. Dabei ist gerade der Schnitt G3 von besonderem Interesse, muss er doch den Anschluss an das schwierig zu bewältigende Los 4a/4b herstellen. Nach unserer Erkenntnis ist der Anschluss an dieser Stelle beim jetzigen Planungsstand überhaupt nicht darstellbar!


Wir bitten Sie deshalb eindringlich:

Verlangen Sie Einsicht in das der Umplanung zugrunde liegende Gutachten und seine Grundlagen (u.a. Ergebnisse der Bodenerkundungen). Verlangen Sie eine Darstellung der Unterschiede in den Befunden zu jenen des Dr. Benner, aus denen sich die neue Planung begründen lässt.

Verlangen Sie die Vorlage der fehlenden Schnitte, insbesondere des Schnitts G3, der durch den heikelsten Abschnitt der Zufahrtsstraße verläuft und außerdem den Anschluss an das ebenfalls höchst problematische Los 4a/4b herstellen muss. Verlangen Sie die Darstellung des Anschlusses zwischen den Losen 2-3 und 4b.

Lehnen Sie die Beschlussvorlage ab, solange nicht jeglicher Zweifel ausgeräumt werden kann. Das Argument der „Gefahrenabwehr“ haben Sie dabei auf Ihrer Seite, denn es besteht ja ein wesentlich sichererer Beschluss, der in Kraft bleibt, wenn Sie den gefährlichen Änderungen nicht zustimmen.

Und nochmals: Verlangen Sie die Umsetzung der Prüfung der Alternativstandorte, die Sie bereits vor anderthalb Jahren beschlossen haben! Sie werden diese Alternativen früher oder später brauchen. Es darf doch nicht war sein, dass Sie zulassen, dass die Verwaltung Ihren Beschluss einfach aussitzt!

Zuletzt noch zwei Zeitungsberichte:

http://www.rundschau-online.de/region/koeln/kalkberg-zwei-millionen-euro-zusaetzlich–damit-planungen-weitergehen-koennen-27845972

http://www.ksta.de/koeln/bauarbeiten-stabilisierung-des-kalkbergs-wird-zwei-millionen-euro-teurer-als-geplant-27850306

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Architektur/Stadtplanung Politik eingetragen am: 02:07:2017 18:46 Uhr